An der Einweihung nahm der damalige französische Staatspräsident teil. Es handelte sich also um ein Geschenk des Französischen Staates an Deutschland.

Der „Arc de 124,5°“ ist durch mangelhafte Pflege der umstehenden Vegetation und das Pflanzen von großwüchsigen Platanen in den letzten Jahrzehnten kaum einsehbar und seiner Wirkung als Kunstwerk weitestgehend beraubt.

Entsprechend setzen sich der Künstler, die Urania und insbesondere die französische Botschaft für einen angemessenen Umgang mit diesem Geschenk des französischen Staates an Berlin ein. Nach den vehementen Worten einer Vertreterin der französischen Botschaft im zuständigen Fachausschuss für Grün und Verkehr am 29.1.2019 und der Ankündigung, dass sich der französische Botschafter bei seinem nächsten Gespräch mit der Bundesregierung, hier der Kulturstaatsministerin, für eine entsprechende Würdigung des Kunstobjektes an der Urania einsetzen werde, dürfte völlig klar sein, dass die Vertreter der Französischen Republik den Berliner Umgang mit dem „Arc de 124,5°“ als unfreundlichen Akt ansehen.

Eine "Diplomatische" Gratwanderung

Es geht bei der Entfernung von 8 Bäumen in der Berliner Innenstadt, also nicht mehr um das Kiezthema „Kunst contra Natur“ sondern darum, ob wir die Gefühle unseres wichtigsten Partners in Europa mit einem Streit um 8 Platanen verletzen wollen. Das will die CDU-Fraktion nicht, darum hat sie gemeinsam mit SPD und FDP den Antrag zur Fällung der umstrittenen Bäume in die nächste BVV eingebracht.

In der Sache hat die CDU noch im Dezember für den Erhalt der Bäume gestimmt. Zu diesem Zeitpunkt hielten wir eine Vereinbarkeit von Kunst und Kultur oder die Umsetzung des Kunstwerks an einen anderen exponierten Standort, z. B. im Berliner Regierungsviertel, als Kompromisslösung für möglich, denn die Straße An der Urania war für den „Arc de 124,5°“ von Beginn an eher eine Notlösung. Leider teilte uns das von den Grünen geführte Bezirksamt am 29.1.2019 mit, dass es alle möglichen Berliner Standorte abgeprüft habe und es keinen Alternativstandort sehe. Auch ein Baumrückschnitt wird durch das Bezirksamt fachlich ausgeschlossen. Eine Verschiebung der Baumfällungen ist deshalb sinnlos, da das Bezirksamt deutlich gemacht hat, dass es keine Kompromisslösung an dieser Stelle geben kann und ein Ersatzstandort ebenfalls nicht gefunden werden konnte.

Ausgleich für die gefällten Platanen

Wir halten die in unserem gemeinsamen Antrag festgelegten Eckpunkte für einen vernünftigen Weg um angemessenen Ausgleich für die gefällten Platanen wieder herzustellen:

  1. Fällung von zwei Mal vier Bäumen entlang beider Seiten des Kunstwerks. Sollte der gewünschte Effekt auch mit einer geringen Anzahl von Baumfällungen möglich sein, kann auch diese Variante gewählt werden, vorausgesetzt der Künstler ist dabei mit eingebunden.

  2. Erhalt und Sicherung der übrigen Bäume, inklusive des an der Südspitze der Mittelinsel stehenden Baumes.

  3. Realisierung der ersatzweisen Ausgleichspflanzung von mindestens 20 Bäumen.

  4. die Kosten der Baumfällung, die Wiederherstellung der betroffenen Flächen als Grünanlage sowie die Ausgleichspflanzungen werden von dritter Seite finanziert.

  5. Bernar Venet ist um eine Ideenskizze zur weiteren Gestaltung der stadträumlichen Situation der Mittelinsel vor der Urania zu bitten und dabei die Einbettung des Kunstwerks in den Stadtraum darzustellen.

Gleichzeitig bekommen wir aber die Chance, die grüne Mittelinsel vor der Urania für die Anwohner neu zu gestalten.

Ralf Olschewski, wohn- und stadtentwicklungspolitischer Sprecher der CDU-Fraktion

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