Ob die Beleidigungen in der Paul-Simmel-Grundschule in diesem Jahr, der Übergriff an der Gemeinschaftsschule Friedenau im vergangenen Jahr oder der Übergriff auf Rabbi Daniel Alter im Jahr 2012 – immer wieder kommt es in Tempelhof-Schöneberg zu antisemitischen Vorfällen, die deutschlandweit für Betroffenheit sorgen.

„Das muss endlich ein Ende haben!“, fordert der Vorsitzende der CDU-Fraktion Tempelhof-Schöneberg, Matthias Steuckardt. Seine Fraktion hat daher beantragt, dass der Bezirk seine Bemühungen zur Bekämpfung des Antisemitismus verstärkt. „Tempelhof-Schöneberg weiß um seine historische Verantwortung und versucht, dieser beispielsweise mit der Ausstellung „Wir waren Nachbarn“ auch gerecht zu werden. Die Summe der antisemitischen Vorfälle im Bezirk zeigt aber, dass die Bemühungen unbedingt intensiviert werden müssen und neue Konzepte für neue Ausprägungen des Antisemitismus dringend benötigt werden“, so Steuckardt.

Konkret ist damit gemeint, dass ein großer Teil der bekannt gewordenen Vorfälle von jungen Menschen mit Migrationshintergrund ausgingen. „Deswegen wollen wir neben einem Antisemitismusbeauftragten, der als Ansprechpartner insbesondere eine koordinierende Funktion innehaben soll, auch die Aufgabenbeschreibung der Integrationsbeauftragten ändern, damit die Antisemitismusprävention ein fester Bestandteil der Integrationsbemühungen wird. Für uns ist klar: Antisemitismus hat in unserer Gesellschaft absolut keinen Platz!“, so der CDU-Fraktionsvorsitzende.

Die Antwort auf eine schriftliche Anfrage des CDU-Bezirksverordneten Patrick Liesener zeigte auf, dass dem Bezirksamt lediglich ein einziger antisemitischer Vorfall an Schulen in den vergangenen fünf Jahren gemeldet wurde. „Entweder ist die Dunkelziffer enorm oder den Schulen fehlt die Sensibilität, bekannte Vorfälle zu melden, weil entsprechende Äußerungen auf den Schulhöfen zum Alltag gehören. Für eine offene und ehrliche Analyse ist das Wissen um die konkreten Fallzahlen aber essentiell, weswegen wir darauf hinwirken wollen, dass die Schulen ihrer Meldepflicht nachkommen“, so Liesener.

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