Das Damwild-Gehege im Tempelhofer Franckepark erfreut sich bei den Anwohnern großer Beliebtheit. Doch die Idylle ist getrübt, seit die zuständige Stadträtin Christiane Heiß (Grüne) ankündigte, die Tiere umzusiedeln und das Gehege abzureißen. Die Anwohner fürchten, dass zeitnah Fakten geschaffen werden.

Diese Befürchtung scheint berechtigt, denn Heiß betonte in der gestrigen BVV-Sitzung erneut, dass die Umsiedlung der Tiere möglichst zeitnah erfolgen soll. Außerdem wurde im Rahmen der großen Anfrage deutlich, dass die Tiere in ein Gehege in Brandenburg verbracht werden sollen, in dem der Bestand auch durch Jagd reguliert wird.
„Zwar sollen die Tiere markiert werden, damit sie keinem schießwütigen Jäger zum Opfer fallen. Da die Umsiedlung aber mit Tierschutzaspekten begründet wird, ist das schon eine fragwürdige Entscheidung. Der kulinarische Kalender des Restaurants am Brandenburger Gehege bietet jedenfalls „Wildspezialitäten aus dem Wildgehege“ und „Pikante Wildgerichte aus dem Wildgehege Glauer Tal“ an. Damit gibt es für einen Familienausflug ins Glauer Tal offenbar Angebote für Wildliebhaber gleich in zweierlei Hinsicht“, so der Vorsitzende der CDU-Fraktion Tempelhof-Schöneberg, Matthias Steuckardt.

„Es gibt einen entgegenstehenden BVV-Beschluss, über den sich die Stadträtin scheinbar sehenden Auges hinwegsetzen will. Die Gründe, die für den Abriss des Geheges im Franckepark gestern von der Stadträtin in der BVV angeführt wurden, werden wir kritisch prüfen, sobald uns die schriftliche Beantwortung vorliegt“, kündigt Steuckardt an.

„Als eines der entscheidenden Argumente galt nämlich, dass das Gehege von der Größe her nicht ganz den Richtlinien für eine artgerechte Haltung entspreche. Dabei besagen dieselben Richtlinien auch, dass die angegebenen Größen und Maße als Richtwerte zu betrachten sind, um eine "Bandmaßbiologie" zu vermeiden“, wundert sich Steuckardt.

Vorheriger Beitrag Nächster Beitrag