Im Jahre 2009 wurde dem Grab von Ottomar Anschütz durch die Senatskanzlei des Regierenden Bürgermeisters ohne nachvollziehbare Begründung der Status des Ehrengrabes aberkannt. Im Frühjahr 2018 wäre folglich das Grab eingeebnet worden, obwohl es auch ohne den Status des Ehrengrabes, allein aus kulturhistorischen Gründen, erhaltenswert gewesen wäre.

Sowohl der Internetblock -Friedenau aktuell- als auch die Familie des Friedenauer Film- und Fotopioniers meldeten Bedenken gegen die Einebnung des ehemaligen Ehrengrabes an. Als CDU haben wir uns dieses Themas angenommen und im November einen Beschluss durchgesetzt, der, unabhängig von der Frage eines Ehrengrabes, kulturhistorisch wichtige Gräber vor der Einebnung schützen soll. Damit ist es aber leider nicht getan, denn die laufende Instandhaltung des Grabes kann eigentlich nur durch den Status des Ehrengrabes gesichert werden.

Ein zweiter Beschluss der Bezirksverordnetenversammlung soll es nun richten. Da nach breiter Berichterstattung in der Öffentlichkeit auch weitere Parteien das Grab für sich entdeckt haben, spricht vieles für eine politische Mehrheit bei diesem Thema. Gerüchten zur Folge wird bereits in der Senatskanzlei ernsthaft geprüft, ob das Grab von Ottomar Anschütz wieder in den Kreis der Berliner Ehrengräber aufgenommen wird. Damit wäre ein kleines Stück Berliner Geschichte vor der Vernichtung gerettet werden.

Ralf Olschewski

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