„Dieses Vorgehen zeugt erneut von einer Arroganz sowie von einer bürger- und realitätsfernen Senatspolitik,“ kritisiert der CDU-Fraktionsgeschäftsführer Christian Zander und ergänzt: „Die Senatsmitglieder übergehen sogar die Empfehlungen aus den eigenen Senatsfachverwaltungen, welche den Standort Diedersdorfer Weg als für dieses Vorhaben ungeeignet eingestuft haben“.

Für den CDU-Fraktionsvorsitzenden, Matthias Steuckardt, ist klar: „Dem Senat geht es nur darum, seine Muskeln gegenüber dem Bezirk spielen zu lassen – und zwar ohne Rücksicht auf die dadurch verursachte Verunsicherung der Menschen vor Ort.“

Der Standort ist aus drei Gründen völlig ungeeignet für die Errichtung der sog. MUF:

  1. Der Bezirk hat auch dem Senat gegenüber schon lange verdeutlicht, dass er diese Flächen für Ausgleichsmaßnahmen im Rahmen von Wohnungsbauprojekten dringend benötigt.

  2. Der Standort liegt am äußersten Stadtrand ohne soziale Infrastruktur und mit ungenügender Anbindung an den ÖPNV. Es ist nicht zielführend für die Integration, einen Standort im wortwörtlichen Abseits zu errichten.

  3. Marienfelde, der kleinste Ortsteil des Bezirks Tempelhof-Schöneberg, verfügt bereits über drei größere Flüchtlingseinrichtungen mit einer Kapazität von knapp 1.500 Plätzen, von denen aus baulichen Gründen derzeit aber „nur“ knapp 1.100 Plätze belegt sind. Zudem sollen in Abstimmung mit dem Senat am Marienfelder Lichterfelder Ring mehrere hundert Wohnungen neu gebaut werden. Nach dem Vorbild des Projekts ToM (Tolerantes Miteinander) ist ein bestimmter Anteil der Wohnungen für Flüchtlingsfamilien vorgesehen. Mit der zusätzlichen Errichtung der MUF am Diedersdorfer Weg wäre der Ortsteil Marienfelde überfordert und würde mit Abstand die meisten Flüchtlinge innerhalb des Bezirks aufnehmen – zumal in der Großsiedlung Marienfelde-Süd bereits einige in Wohnungen untergebracht werden konnten.

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