Die CDU-Fraktion Tempelhof-Schöneberg konnte Anträge mit Empfehlungen für die Tunnellösung an alle zuständigen Stellen durchsetzen, dennoch muss Lichtenrade morgen dieses bittere Ergebnis hinnehmen.

„Lichtenrade wird durch meterhohe Schallschutzwände in zwei Teile gespalten. Ich hätte nie gedacht, dass durch unseren Ortsteil einmal mehr eine Mauer verlaufen würde! Auch wenn uns diese Mauer vor Lärm der Bauarbeiten und später der Züge schützen soll, wird die Lebensqualität der Menschen mit Sicherheit negativ beeinträchtigt“, erklärt Hagen Kliem, CDU-Bezirksverordneter und Vorsitzender der Aktionsgemeinschaft Bahnhofstraße e.V.

Der Senat setzte sich nie entschlossen für eine Tunnellösung ein

Obwohl im Koalitionsvertrag von SPD und CDU in der letzten Legislaturperiode vereinbart wurde, dass sich das Land Berlin für eine Tunnellösung einsetzen und sich auch an den Kosten beteiligen würde, ist die Tunnellösung nun gescheitert. Grund dafür ist, dass sich Berlin nie entschlossen für den Bau eines Tunnels eingesetzt hat. Stattdessen wurden etwaige Pläne immer wieder öffentlich hinterfragt. Wesentliche Verantwortung trägt dafür der damalige Stadtentwicklungssenator und jetzige Regierende Bürgermeister, Michael Müller (SPD).

„Hier machte das Land Berlin bürgerferne Politik gegen die Lichtenrader. Ich finde es wichtig und korrekt, dass sich die Lichtenrader am 5. Februar 2019 gegen dieses Ereignis versammeln – wir müssen zeigen, dass es ein schwarzer Tag für den Ortsteil ist!“, so Kliem.

Wir werden den Bauprozess kritisch begleiten

Mit Blick in die Zukunft erklärt der Bezirksverordnete: „Als CDU-Fraktion Tempelhof-Schöneberg bemängeln wir die fehlende Weitsicht bei diesem Bauprojekt. Gerade im Hinblick auf die kommenden Infrastrukturentwicklungen in Lichtenrade erscheint das oberirdische Bahnstreckenkonzept nicht als ganzheitlich durchdacht. Wir werden den Bauprozess kritisch begleiten, u.a. auf den Ausbau eines adäquaten Lärmschutzes bestehen und darauf achten, dass die Bahnhofstraße wie auch die anliegenden Seitenstraßen verkehrstechnisch nicht kollabieren. Es muss weiterhin eine funktionierende Einkaufsstraße bleiben!“

Die Zusammenkunft der Bürgerinitiative, um ein Zeichen gegen den Baubeginn der Bahnstrecke zu setzen, findet am 5. Februar 2019, gegen 13.45 Uhr am Bahnübergang Wolziger Zeile statt.

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