Während die Grünen mit dem Antrag, das Damwildgehege unverzüglich aufzulösen, die Haltung ihrer Stadträtin Heiß unterstützen, fordert die CDU-Fraktion, den Standort zu sichern und durch Veränderungen an der Anlage eine artgerechte Haltung des Damwilds zu gewährleisten. Stadträtin Heiß (B'90/Grüne) treibt ihr Vorhaben, das Gehege noch in diesem Herbst aufzulösen und die Tiere in das Wildgehege Glauer Tal überführen zu führen, mit Nachdruck voran.

SCHARFE KRITIK AN DER GRÜNEN STADTRÄTIN

Der CDU-Bezirksverordnete Christian Zander kritisierte die Stadträtin dafür scharf: „Wer angeblich zum Wohl der Tiere handelt, kann nicht allen Ernstes die Tiere in den kommenden Tagen ins Glauer Tal verbringen wollen. Denn eine konfliktfreie Integration der Tiere in das dort bestehende Rudel ist während der gerade herrschenden Brunftzeit nicht möglich. Wer das will, für den ist der Tierschutzaspekt allenfalls ein Feigenblatt. Das Bezirksamt nimmt damit sehenden Auges eventuell tödlich verlaufende Duelle unter den männlichen Tieren in Kauf, da Neuankömmlinge als Konkurrenten angesehen werden und die bestehende Hierarche neu geordnet wird. Daher ist die grundsätzliche Empfehlung, Rudelzusammenführungen erst im April oder Mai durchzuführen, wenn die männlichen Tiere ihre Geweihe abgestoßen haben und Rangkämpfe nicht solch gravierende Folgen erwarten lassen.“

Zander stellt fest: „Vordergründig dürfte es darum gehen, dass das Gehege dem Bezirksamt bei der Neuordnung des Franckeparks im Wege steht und es das Gehege seit Jahren schon als Belastung empfindet. Eine Renaturierung des Francketeichs ist laut Gutachten auch bei Fortbestand des Geheges möglich und die Stellungnahme zum Tierschutzaspekt schweigt auffällig darüber, dass und welche Maßnahmen eine Verbesserung der Tierhaltung bewirken können.“

HANDELN BEVOR DAS BEZIRKSAMT FAKTEN SCHAFFT

Die CDU-Fraktion befürchtet jedoch, dass das Bezirksamt Fakten schaffen und die Tiere wie beabsichtigt in den nächsten Tagen nach Brandenburg transportieren lassen könnte. Daher muss am kommenden Montag, dem 22. Oktober, die Beratung dieses Themas zwingend auf die Tagesordnung des Ausschusses für Straßen, Verkehr, Grün und Umwelt – bevor es zu spät ist!

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