„Coco Schumann war ein außergewöhnlicher Mensch und Künstler – die Berliner Swing-Legende schlechthin – und als Auschwitz-Überlebender ein Mann mit einer beeindruckenden Biografie! Daher war es der CDU-Fraktion bereits wenige Wochen nach Schumanns Tod im Januar 2018 ein wichtiges Anliegen, eine Gedenktafel für den Künstler an seinem Wohnhaus in Schöneberg anzubringen“, so Matthias Steuckardt, Vorsitzender und kulturpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion Tempelhof-Schöneberg.

Nun hat Steuckardt beim Bezirksamt nachgefragt, was  aus dem Anliegen geworden ist.

Die Senatskulturverwaltung teilte dem Bezirksamt mit, dass der zuständige Historische Beirat den Wunsch abgelehnt habe, da „grundsätzlich eine Person erst fünf Jahre nach ihrem Tod gewürdigt werden soll.“

Inkonsequente Senatsverwaltung

Dazu hinterfragt Steuckardt: „Wir hätten uns eine raschere Umsetzung gewünscht, zumal wir gesehen haben, dass nur nach einem halben Jahr nach dem Tod von David Bowie eine Gedenktafel an dessen Domizil in der Schöneberger Hauptstraße angebracht wurde. Die Regel von fünf Jahren wird wohl nicht allzu konsequent eingehalten“, so der kulturpolitische Sprecher der CDU-Fraktion.

Die Senatsverwaltung erklärt, dass es auf jeden Fall empfehlenswert sei, den Vorschlag zu einem späteren Zeitpunkt einzureichen. Dem will das Bezirksamt auch nachkommen.

Nun hat sich allerdings auch Gregor Gysi (Linke) in die Sache eingeschaltet. Der möchte mit seinem Parteifreund, dem Kultursenator Dr. Klaus Lederer (Linke), noch einmal von Genosse zu Genosse darüber sprechen, ob nicht Coco Schumann vielleicht doch eine frühere Würdigung durch eine Gedenktafel verdient hätte.

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