Samstag, 25. Mai 2019, 11:00 Uhr, grauer Himmel, menschenleere Markstände auf dem berühmten John-F.-Kennedy-Platz vor dem Rathaus Schöneberg, zwei Ehrenamtliche, die sich schon lange kennen, miteinander im Gespräch: "In einer Stunde soll es losgehen, kein Mensch hier, wir arbeiten nur mit Minimalbesetzung, wollen ja dabei sein und uns präsentieren. Wenn man nicht da ist, fällt das ja auf. Dieses Fest lohnt sich für uns aber eigentlich nicht, kommen ja kaum Leute."

Eine Stunde später, offizieller Beginn, der Himmel ist weiterhin grau: alle Stände sind besetzt, Ehrenamtliche aus Vereinen und Initiativen sowie Mitarbeiter von bezirklichen Einrichtungen haben die zur Verfügung gestellten Marktstände liebevoll dekoriert. Sie sprechen mit den Besucherinnen und Besuchern, verteilen Informationsmaterial und tauschen sich untereinander aus. Mitmachaktionen für Kinder gibt es an zahlreichen Ständen und natürlich präsentieren sich, einen Tag vor der Europawahl, auch die Parteien und deren Kandidaten. An anderen Ständen gibt es Essen, was man natürlich über den ganzen Platz riechen kann und zum Probieren anregt. Die Musik auf der Bühne ist dem einen zu laut und dem anderen zu leise, sorgt aber trotzdem für gute Stimmung. Auch die neueste Errungenschaft des Bezirks, der neue Bücherbus, kann in Augenschein genommen werden.


Später Nachmittag, die zwei Ehrenamtlichen treffen sich wieder: "Und?" "Naja, überrannt wurden wir nicht, war aber gut was los. Kannste nicht meckern."

„Kannste nicht meckern.“ ist für den Berliner bekanntlich das größte Kompliment. Die Dialoge sind selbstverständlich frei erfunden und jede Ähnlichkeit mit tatsächlich stattgefundenen Gesprächen wäre rein zufällig. Richtig ist aber, dass diese Veranstaltung in den vergangenen Jahren eher schleppend verlief und in diesem Jahr allein die Anzahl der Mitwirkenden für eine deutliche Belebung sorgte. Nachbarschaftsfest ist daher als Name durchaus treffend gewählt, denn es kamen tatsächlich Menschen aus dem ganzen Bezirk und aus immerhin drei Partnerstädten zusammen und miteinander ins Gespräch. Im kommenden Jahr strahlt sicher auch die Sonne und es kommen noch mehr Besucherinnen und Besucher, das hätten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bezirksamts, die dieses Fest organisiert haben, auf jeden Fall verdient.

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