„Wenn keine Angehörigen ausfindig gemacht werden können und die verstorbene Person keine ausreichenden Mittel für eine Bestattung hinterlässt, muss der Bezirk eine sogenannte ‚ordnungsbehördliche Bestattung‘ vornehmen. Allein in Berlin wird etwa 3000 Menschen in dieser wenig feierlichen Form die letzte Ehre erwiesen“, erklärt Patrick Liesener, CDU-Bezirksverordneter.

Die Beschreibung auf der Internetseite des Landes Berlin lässt in der Tat erahnen, dass es sich hierbei um einen nüchternen Verwaltungsakt handelt: "Eine ordnungsbehördliche Bestattung erfolgt, wenn keine Angehörigen der/des Verstorbenen vorhanden oder zu ermitteln sind, keine Vorsorge zur Bestattung getroffen wurde und kein anderer für die Bestattung sorgt."

Eine würdige Trauerfeier

„Wir müssen diesem Verwaltungsakt wieder Menschlichkeit und Würde verleihen. Den einsam verstorbenen Personen muss die letzte Ehre ebenso im besonderen Maße erwiesen werden“, stellt Liesener fest.

So setzt sich die CDU-Fraktion Tempelhof-Schöneberg dafür ein, dass das Bezirksamt eine jährliche, zentrale Trauerfeier für die – in Behördendeutsch – „ordnungsbehördlich Bestatteten“ ausrichten sollte. Die Trauerfeier sollte an einem Sonntag stattfinden und offen sein für Angehörige, Freunde und anteilnehmende Bürgerinnen und Bürger.

Die SPD-Fraktion unterstützt den Vorstoß als Mitantragssteller. Die FDP signalisiert ebenso Zustimmung. Auf Wunsch der Grünen, die einen Änderungsantrag dazu stellten, wurde die Initiative nun in den Hauptausschuss überwiesen.

Tempelhof-Schöneberg wäre nicht der erste Bezirk, der eine solche Trauerfeier veranstalten würde.

„Erstmals hat in diesem Jahr das CDU-geführte Bezirksamt Reinickendorf gemeinsam mit den Kirchen und ehrenamtlichen Helfern im Rahmen einer öffentlichen Trauerfeier jener Verstorbenen würdevoll gedacht. Der Zuspruch aus der Bevölkerung war groß. Es kamen etwa hundert Bürgerinnen und Bürger, ein Quartett begleitete die Zeremonie musikalisch“, erklärt der CDU-Bezirksverordnete Hagen Kliem und merkte weiter an: „Tempelhof-Schöneberg sollte diesem guten Beispiel folgen – für mehr Menschlichkeit in unserem Bezirk.“

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