Hingegen hatte die CDU-Fraktion Tempelhof-Schöneberg stets angemahnt, die Bedürfnisse der Menschen im Bezirkssüden ernst zu nehmen und den Krankenhausstandort bedarfsgerecht zu erhalten. Das bedeutet konkret: Das Wenckebach-Krankenhaus sollte zumindest als sogenannte Portal-Klinik mit Rettungsstelle, teil- und kurzstationärer Versorgung und verzahnt mit einem ambulanten Behandlungszentrum erhalten bleiben, desgleichen die Geriatrie, die Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik und das Hospiz. Außerdem sollte geprüft werden, ob auf dem Gelände ergänzend ein Pflegekompetenzzentrum entstehen kann.

„Das ist bitter“, kommentiert der CDU-Fraktionsvorsitzende Daniel Dittmar die Entwicklung.
„Was wir vor allen Dingen in der gegenwärtigen Situation fordern ist, dass Vivantes als landeseigener Betrieb eine medizinische und krankenpflegerische Versorgung rund um die Uhr sicherstellt, und zwar in Tempelhof und nicht nur in Schöneberg!“

Die neueste Entwicklung analysiert der gesundheitspolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Guido Pschollkowski:
„Wir hatten gemeinsam mit der Bürgerinitiative gegen den Umzug des Wenckebach-Krankenhauses gehofft, dass die Verlagerung aufgehalten werden kann. Das Gespräch der örtlichen Bürgerinitiative mit dem Gesundheitsstaatssekretär am 21. Juli hat uns leider eines Besseren belehrt. Das Wenckebach-Klinikum und somit dieser Krankenhausstandort wird nach und nach abgewickelt. Die Abteilungen ziehen weiter Stück für Stück
ins Auguste-Viktoria-Klinikum in Schöneberg um.“

Völlig offen sei, so der CDU-Gesundheitsexperte, wie es mit dem Gelände weitergehe. Guido Pschollkowski:
„Es bleibt ungewiss, ob die von uns geforderte Portal-Klinik oder die von Vivantes propagierte Idee eines ,Gesundheitscampus‘ realisiert wird. Merkwürdig ist jedenfalls, dass jetzt, wo alles entschieden ist, eine Bedarfsanalyse durchgeführt wird.“

Nach Auffassung der christdemokratischen Fraktion Tempelhof-Schöneberg dürfen künftige Planungen für das Wenckebach-Klinikum nicht am Bezirk, seinen Vertretern und weiteren Akteuren vorbeilaufen. Der CDU-Fraktionsvorsitzende schlägt vor:
„Möglicherweise macht ein ,running point‘ im Gesundheitsausschuss Sinn. Vielleicht aber auch eine längerfristig eingerichtete Kommission oder ein runder Tisch mit Vertretern der Senatsverwaltung, Vivantes, des Bezirksamts und der Bezirksverordnetenversammlung. Klar ist: Das Wenckebach-Areal hat viel Gestaltungspotential, eine jahrelange Hängepartie, wie und was kommt, darf es nicht geben.“

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