„Vor nur einem Monat lehnte Rot-Grün einen ewig in den Ausschüssen schmorenden, vernünftigen Vorschlag der CDU-Fraktion (aus dem April 2018!) zur Überdeckelung der Stadtautobahn zwischen dem AK Schöneberg und der Ausfahrt Alboinstraße noch als nicht vorstellbar ab. Nun kommen SPD und Grüne in einer Art Überbietungswettstreit mit dieser völlig überzogenen Forderung daher,“ äußert der CDU-Fraktionsgeschäftsführer Christian Zander sein Unverständnis. Zander ergänzt: „Der Beschluss des Abgeordnetenhauses zur Prüfung, an welchen Stellen sich die A 100 überdeckeln lassen kann, ist eine sinnvolle Arbeitsgrundlage für diese komplexe Maßnahme – da kann man nicht mal nebenbei die A 103 abreißen und ein Autobahnkreuz komplett umbauen.“

Drohendes Verkehrschaos

Der verkehrspolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Ralf Olschewski kritisiert: „Mit dem Rückbau der A 103 zwischen Steglitz und Schöneberg droht nicht nur eine jahrelange Dauerbaustelle, sondern auch das absolute Verkehrschaos in Steglitz, Friedenau und Schöneberg durch zehntausende Fahrzeuge als Zusatzbelastung. Denn die Stadtautobahn dient der Entlastung der Schlossstraße und der Rheinstraße. Die Schlossstraße konnte überhaupt nur deshalb vor wenigen Jahren radverkehrsfreundlich auf nur eine Fahrspur für Busse und Autos umgebaut werden.“

Rot-rot-grün operiert mit falschen Zahlen

Rot-rot-grün operiert in der Begründung des gemeinsamen Antrags mit falschen Zahlen. Der Abriss der A 103 zugunsten einer dann neu zu bauenden 4-spurigen Stadtstraße sei vertretbar - heißt es. Angeblich nutzen nur ca. 28.000 Fahrzeuge/Tag diesen Autobahnabschnitt und sei damit weniger frequentiert als bspw. die Boelckestraße. Doch diese Daten entbehren jeder Grundlage: In der offiziellen Straßenverkehrszählung Berlin 2014 im Auftrag der Verkehrslenkung Berlin (VLB) ist nämlich nachzulesen, dass auf der A 103 zwischen der AS Saarstraße und dem AK Schöneberg tatsächlich 73.500 Kfz/Tag gezählt wurden, also mehr als das Zweieinhalbfache. Zum Vergleich: Auf dem äußerst stauanfälligen Abschnitt des Tempelhofer Damms zwischen der Stadtautobahn und Platz der Luftbrücke wurden 2014 beispielsweise 46.000 Fahrzeuge am Tag gezählt.

„Unser Verständnis von Politik mit Augenmaß ist, neue Verkehrsinfrastruktur zu schaffen, die alte Verkehrsinfrastruktur in der alten Dimension entbehrlich macht – und nicht funktionierende Infrastruktur zurückzubauen, ohne akzeptable Alternativen anbieten zu können“, kommentiert der CDU-Fraktionsvorsitzende Matthias Steuckardt die aktuelle Debatte.

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