Niemand war in der Sterbestunde an ihrer Seite. Ganz allein haben sie diese Welt verlassen. Sie sind einfach verschwunden. Niemand in der Nachbarschaft erfährt davon. Das Gesundheitsamt sucht nach Angehörigen, die eine Bestattung veranlassen könnten. Sind diese nach einer Woche nicht auffindbar, beauftragt das Amt ein Bestattungsunternehmen mit der „ordnungsbehördlichen“ Bestattung.

Die CDU-Fraktion Tempelhof-Schöneberg wollte diese anonyme Praxis nicht fortdauern lassen. Im Sommer 2019 beschloss die Bezirksverordnetenversammlung auf Initiative der Christdemokraten eine alljährliche zentrale Trauerfeier. Jetzt - nach mehr als drei Jahren ! – wird der Beschluss endlich vom Bezirksamt umgesetzt.

Dazu erklären die Bezirksverordneten Patrick Liesener und Hagen Kliem:
„Als Fraktion einer christlichen Partei freuen wir uns sehr, dass eine solche Trauerfeier für einsam Verstorbene, die jetzt Gedenkfeier heißt, nach unzähligen Nachfragen beim Bezirksamt nun tatsächlich alljährlich stattfinden wird. Damit holen wir all jene ins öffentliche Bewusstsein zurück, die sonst einfach vergessen worden wären. Es sind allein in diesem Jahr 262 Menschen. Das erschüttert uns sehr.“

Die erste Gedenkfeier für einsam Verstorbene in Tempelhof-Schöneberg wird am 17. November in der Apostel-Paulus-Kirche abgehalten.

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