Die Lichtenrader CDU-Bezirksverordneten Hagen Kliem, Christian Zander und Patrick Liesener sowie der aus Schöneberg kommende Vorsitzende der CDU-Fraktion Tempelhof-Schöneberg, Matthias Steuckardt, stehen am Lichtenrader Damm und betrachten den langen Zaun des Georg-Büchner-Gymnasiums und des dahinter liegenden Sportplatzes.

„Das sieht furchtbar aus. Immer wieder kehren die illegalen Werbeplakate zurück. Mal ist es Werbung für eine Wassersport- oder Gartenmesse, ein anderes Mal wird ein Wanderzirkus oder gar die Erotik-Messe Venus beworben“, so Patrick Liesener, der sich schon lange über dieses wilde Plakatieren wundert.

Liesener, Zander und Steuckardt, jeweils mit einer Zange in der Hand, fangen an, die Plakate nacheinander vom Zaun abzuknipsen. Kliem steht an der Seite und stapelt die bunten Banner.

Vor einem Jahr beantragt

„Ziemlich genau vor einem Jahr haben wir einen Antrag darauf gestellt, den Zaun des Georg-Büchner-Gymnasiums am Lichtenrader Damm zur Werbevermarktung der Schule zu überlassen. Diese könnte beispielsweise ihre eigenen Schülerfirmen und Projekte bewerben, sodass man damit das illegale Aufhängen fremder Werbeplakate unterbinden würde“, so Hagen Kliem.

Die Fraktionen der SPD, Grünen und Linken lehnten diesen CDU-Vorstoß allerdings ab. „Wahrscheinlich war es wieder so eine Ablehnung à la ‚Nein, weil´s von der CDU ist‘. Besonders lächerlich war die Argumentation der Linken, weswegen sie unseren Vorstoß nicht unterstützen wollen würden. Sie stellen sich gegen eine kapitalistische Erziehung der Schülerinnen und Schüler, was aber mit der Errichtung von Werbeflächen und der Förderung von Schülerfirmen wohl gegeben sei“, erzählt Kliem und kann eine solche Realitätsverweigerung noch heute nicht fassen.

Ordnung als Kerngedanke

Er erläutert, was der Kerngedanke des damaligen Antrags war: „Man hätte Einfluss auf den Inhalt der Werbung, hätte eine gewisse Verantwortungsstruktur geschaffen und könnte auch Einnahmen für die Schule erzielen. Die ortsansässigen Händler und Gewerbetreibenden hätten an dieser exponierten Stelle die Gelegenheit, Werbung für sich zu platzieren. Lichtenrader Initiativen, könnten auf ihre Veranstaltungen hinweisen. Das wirtschaftliche Handeln und das Thema Werbung würden eine ganz neue Gewichtung im Schulalltag bekommen.“

Mittlerweile sind alle Plakate ab und die Bezirksverordneten betrachten nochmals die knapp zwanzig Banner – zufrieden, dass der Zaun nun wieder frei ist und weiterhin verstimmt, dass das Bezirksamt nicht regelmäßig gegen das wilde Plakatieren vorgeht.

„Die CDU-Fraktion Tempelhof-Schöneberg steht für Sauberkeit und Ordnung im Bezirk. Da unser Antrag von Juni 2018 abgelehnt wurde und das Bezirksamt tatenlos bleibt, haben wir heute mit hochgekrempelten Ärmeln für etwas mehr Ordnung in Lichtenrade gesorgt. Wir haben die illegalen Plakate abmontiert. Die unrechtmäßigen Werbetreibenden können sich gerne die Plakate abholen. Wir verwahren sie für eine Weile in unserem Fraktionsbüro im Rathaus Schöneberg“, merkt Fraktionschef Matthias Steuckardt mit einem zwinkenden Auge an.

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